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Das Lebensporträt von Carolina Altschwager: Mut und Neugier in der Psychologie und Unternehmensführung

Psychologin und Unternehmerin

Neugier, Vision und Mut

„Curiosidad para descubrir. Sentido para avanzar. Y valentía para crecer.“

Mit diesen Worten beschreibt die Psychologin und Unternehmerin Carolina Altschwager Kreft ihr persönliches Lebensmotto. Diese drei Konzepte ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Biografie: von ihrer familiären Herkunft und ihrer beruflichen Entwicklung bis hin zu ihrem heutigen Wirken mit Unternehmen und Führungspersönlichkeiten.

Carolina wurde 1971 in Santiago geboren. Im Alter von zwei Jahren lebte ihre Familie für etwas mehr als ein Jahr in Deutschland, konkret in Offenbach und Waldorf. Besonders gerne erinnert sie sich an die Besuche bei ihrer Großmutter väterlicherseits, Gabriela Sprenger, die sie „Omi“ nannte, in Quilpué. Ihre Mutter war Grundschullehrerin, während ihr Vater als Bauingenieur im Bergbau tätig war.

Die Verbindung zu Deutschland hat in ihrer Familie eine lange Tradition. Die Geschichte der Familie Altschwager reicht bis nach Rostock zurück. Von dort wanderte ein Zweig der Familie nach Norwegen aus. Carl Gustav Altschwager, Carolinas Urgroßvater, wurde in Oslo geboren, bevor er nach Hamburg zog. Dort kam sein Sohn Einar zur Welt, der schon in jungen Jahren nach Amerika aufbrach. Sein Weg führte ihn unter anderem nach Mexiko, Guatemala und Peru. Schließlich fand er 1910 in Valparaíso seine neue Heimat. Er war Kaufmann, aber auch ein leidenschaftlicher Naturfreund, der auf seinen Reisen stets eine schwere Kamera mit sich führte. Ein Teil seines künstlerischen Schaffens ist heute im Museo Histórico Nacional zu sehen. Auch die mütterliche Linie, die Krefts, ist stark von Einwanderung geprägt. Die Familie Rosenkranz-Klugkist wanderte aus Deutschland nach Valparaíso und später nach Linares aus. Urgroßvater Wilhelm Heinrich Rosenkranz gründete dort eine Brauerei und später eine Fabrik für Rohre und Fliesen. Seine Frau Adelheid Klugkist führte das Rote Kreuz in Linares ein. Für Carolina Altschwager ist diese Mischung aus verschiedenen Herkunftsgeschichten ein zentraler Bestandteil ihrer Identität. Besonders beeindruckt sie der Mut ihrer Vorfahren, die den Ozean überquerten und in einer neuen Umgebung einen Neuanfang wagten.

In ihrer Berufswahl standen Carolina zahlreiche Optionen offen: Biologie, Agrarwissenschaften, Gentechnik und Medizin faszinierten sie. Letztlich entschied sie sich für Psychologie an der Universidad de Chile. Ursprünglich strebte sie eine Karriere als klinische Psychologin an und spezialisierte sich auf Familientherapie. Gleichzeitig interessierte sie sich für Sozialpsychologie und Kommunikation. Ein Wahlfach in Wirtschaftspsychologie eröffnete ihr schließlich neue Perspektiven: Wie beeinflussen Erwartungen, Wahrnehmungen, Erfahrungen und Motivationen unsere wirtschaftlichen Entscheidungen? Von diesem Punkt an entwickelte sich ihr beruflicher Werdegang in Richtung Konsumentenverhalten, Marktforschung, Markenentwicklung und Kommunikation. Ein bedeutender Einfluss war der renommierte chilenische Biologe und Philosoph Humberto Maturana, bei dem sie während ihres Studiums Unterricht hatte. Von ihm lernte sie, ihre eigene Rolle als Beobachterin der Realität zu hinterfragen. Jeder Mensch lebt seine eigene Realität – eine Erkenntnis, die sie bis heute für eine wichtige Grundlage empathischer Führung hält. Auch weitere bedeutende Mentoren wie Roberto Méndez bei Adimark, heute GfK, und Mauricio García bei Prolam Young & Rubicam ermöglichten es ihr, eigene Ideen zu entwickeln und ihre Stimme zu finden.

Vor 18 Jahren kam ein entscheidender Wendepunkt in ihrem Leben. Nach einer herausfordernden beruflichen Erfahrung entschloss sie sich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Fünfzehn Jahre lang hatte sie in verschiedenen Unternehmen gearbeitet und die Sicherheit eines festen Einkommens genossen. Nun musste sie lernen, mit Unsicherheit zu leben.

Die Inspiration fand sie ausgerechnet in ihrer eigenen Familiengeschichte. Ihre Vorfahren hatten den Mut, einen Ozean zu überqueren und in einem fremden Land eine neue Existenz aufzubauen. Diesen Abenteuergeist wollte sie für ihren eigenen Schritt ins Unternehmertum nutzen. Heute unterstützt sie bei der Unternehmensberatung Almabrands Firmen in Wachstums- und Veränderungsprozessen. Ein besonderes Anliegen ist ihr der Vertrauensaufbau – sowohl innerhalb von Organisationen als auch zwischen Unternehmen und deren Kunden. Auch die Frage, ob Arbeit für Menschen eine Quelle persönlicher Erfüllung sein kann, beschäftigt sie. Durch ihre Tätigkeit in Verwaltungs- und Aufsichtsräten möchte sie zudem den Menschen stärker in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Entscheidungen rücken. Gerade in Zeiten großer Unsicherheit und schneller Veränderungen seien langfristiges Denken, gute Fragen und Räume für Reflexion von besonderer Bedeutung.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit nehmen ihre drei Töchter Nicola (29), Antonia (27) und Amparo (20) einen zentralen Platz in ihrem Leben ein. Gemeinsame Reisen, Kochen, Essen und lange Gespräche gehören zu ihren liebsten Aktivitäten. Zu Carolinas Hobbys zählen Sport, Malen, Schreiben und Lesen.

Vor allem aber liebt sie es, immer wieder Neues zu entdecken. „Eine besondere Reise führte mich im vergangenen Jahr mit meinem damals 81-jährigen Vater und meinen beiden Geschwistern nach Deutschland. Er wollte uns die Orte zeigen, die mit der Geschichte der Familie verbunden sind.“ Mittelalterliche Städte, Burgen, Flüsse und die unterschiedlichen Landschaften beeindruckten Carolina Altschwager. Doch am wichtigsten war die gemeinsame Zeit: für einen Moment wieder Kind zu sein, miteinander zu lachen, über Dinge zu sprechen, die zuvor nie angesprochen wurden, und die Familiengeschichte gemeinsam neu zu entdecken.

Und damit schließt sich der Kreis zu ihrem Lebensmotto.

„Neugier am Entdecken. Eine Vision, die voranbringt. Und Mut zum Wachsen.“