VBSG plant vollständige Umstellung auf Elektrobusse bis 2032
Die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) befinden sich in der dritten Phase ihrer Flottenerneuerung, in deren Rahmen die Beschaffung von 39 neuen Elektrobussen sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur im Depot vorgesehen sind. Dafür sind Investitionen in Höhe von 61 Millionen Schweizer Franken erforderlich. Diese dritte Etappe wird es ermöglichen, den gesamten Linienbetrieb der VBSG bis 2032 auf elektrische Fahrzeuge umzustellen. Die Stimmbevölkerung von St.Gallen wird am 29. November 2026 über den entsprechenden Kredit abstimmen.
Die Erneuerung der Fahrzeugflotte durch die VBSG erfolgt seit mehreren Jahren schrittweise. Die erste Phase wurde 2018 von den Stimmberechtigten genehmigt und vollständig umgesetzt. Im Jahr 2021 wurde die zweite Phase genehmigt, die derzeit in der Umsetzung ist. Während dieser beiden Phasen wurde bereits ein erheblicher Teil der Fahrzeugflotte elektrifiziert. Aktuell werden etwa 75 Prozent der transportierten Leistung mit elektrischer Energie erbracht, wobei von insgesamt 85 Fahrzeugen noch 29 Dieselbusse im Einsatz sind.
39 neue Elektrobusse und erweiterte Ladeinfrastruktur
Mit der dritten Phase werden die letzten Schritte zur vollständigen Elektrifizierung der VBSG-Flotte eingeleitet. Geplant ist die Anschaffung von drei Standard-Batteriebussen, zehn Gelenk-Batteriebussen, sechs Gelenk-Batterietrolleybussen und 20 Doppelgelenk-Batterietrolleybussen. Gleichzeitig wird die Einstellhalle im Depot mit zusätzlicher Ladeinfrastruktur ausgestattet.
Die neuen Batteriebusse werden die Dieselfahrzeuge ersetzen, deren Lebensdauer dem Ende entgegengeht. Bei entsprechender Entwicklung der Fahrgastzahlen und nach notwendigen baulichen Anpassungen kann auch die Linie 12 elektrisch betrieben werden. Die neuen Batterietrolleybusse ersetzen ältere Modelle aus den Jahren 2008 und 2009 und können dank ihrer Batterie längere Strecken ohne Fahrleitung zurücklegen; zusätzliche Fahrleitungsausbauarbeiten sind in dieser Phase daher nicht vorgesehen. Die Fahrzeugflotte soll auf vier Fahrzeugtypen vereinheitlicht werden, was Betrieb, Wartung und Ersatzteillogistik vereinfacht und die Effizienz steigert.
Investitionen von 61 Millionen Franken
Für die dritte Phase der Flottenerneuerung wird ein Kredit in Höhe von 61 Millionen Franken benötigt. Die Finanzierung der Betriebskosten und Investitionen erfolgt hauptsächlich über die Verkehrserträge der VBSG sowie über die Abgeltungen der Besteller. Aktuell werden rund 70 Prozent der Betriebskosten, einschließlich Abschreibungen für Fahrzeuge und Infrastruktur, durch Verkehrs- und Nebenerlöse gedeckt. Die verbleibenden Kosten werden im Rahmen des kantonalen Finanzierungsmodells getragen.
Reduktion von CO₂-Emissionen und Lärmbelastung
Die vollständige Elektrifizierung der Flotte trägt maßgeblich zu den Klima- und Energiezielen der Stadt St.Gallen bei. Nach Abschluss der zweiten und dritten Phase sollen die jährlichen Treibhausgasemissionen der VBSG-Flotte um etwa 85 Prozent reduziert werden. Über die gesamte Nutzungsdauer werden mit der dritten Phase voraussichtlich rund 12’300 Tonnen CO₂ eingespart. Neben der Verringerung der Emissionen führt die Elektrifizierung auch zu einer geringeren Lärmbelastung, da Elektrobusse deutlich leiser sind.
Vollständige Elektrifizierung bis 2032
Im Falle einer Annahme des Kredits werden die neuen Fahrzeuge gestaffelt beschafft und bis 2032 in Betrieb genommen. Parallel dazu wird die Ladeinfrastruktur im Depot weiter ausgebaut. Mit dieser dritten Phase beabsichtigen die VBSG, die Elektrifizierung ihrer Flotte abzuschließen und sie auf die zukünftigen Anforderungen auszurichten.
Stimmbevölkerung entscheidet
Am 26. Mai 2026 hat die Mehrheit des Stadtparlaments der Vorlage zugestimmt. Die städtische Stimmbevölkerung wird am 29. November 2026 über die dritte Phase der VBSG-Flottenerneuerung entscheiden. Der Stadtrat empfiehlt den Stimmberechtigten, die Vorlage anzunehmen.
Links
- Weitere Informationen: Abstimmungsvorlage Dritte Etappe der VBSG-Flottenerneuerung