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Straßenszene auf Goa

Goa: Cotton Express, Live-Gig und Tibetan Kitchen

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Der zweite Weihnachtstag lief schnell vorbei. Aufgrund meiner Erkältung (vermutlich zu direkt unter schnell drehenden Ventilatoren gesessen) liege ich lange im Bett, gegen 14 Uhr geht es erst an den Strand. Dort wieder relaxen und lesen. Wieder mal steht Volleyball an und ich motiviere meine Reserven. Ein Spiel tragen wir als deutsch-indische Koproduktion aus, bevor die Russen wieder anrücken und uns fordern. Vier Deutsche gegen drei Russen, von denen zwei Männer ziemlich geil spielen können – ganz sicher langjährige Vereinsspieler. Bei zwei Spielen geht immerhin ein Satz an uns.

Abends essen wir gemütlich am Fisherman Beach Shack, der mittlerweile offiziell den Zusatz „Papai’s“ trägt nach seinem Besitzer, einem der Söhne unserer Vermieter. Das „Chicken Marsala“ mit Ruti ist lecker.

Für Samstag, den 27.12., ist wieder mal eine Tour durch Calangute geplant, zum Shoppen und Kram erledigen. Wir vier starten gegen 14 Uhr mit dem Bus, wie gehabt fünf Rupien pro Person. Wieder geht es in „The Plantain Leaf“, das vegetarische Restaurant links in der Nähe des Kreisverkehrs, wo uns der Bus rauslässt. Ich bestelle Muttar Paneer Masala und lasse mich überraschen – da Paneer drin ist, die gepressten Milchstückchen, die ich so liebe und auch bereits zuhause gemacht habe, dazu Masala, kann es nicht verkehrt sein. Dazu nehme ich Plain Puri, leckere Getreidefladen, die innen voll Luft hochgebacken sind. Die anderen nehmen erstmal Puri Bhaji, dieselben Fladen mit Gemüse und Kartoffeln. Nicht meine Sache, auch die Jungs werden von einer Portion nicht satt und bestellen noch Thali – mehrere Schüsselchen mit Saucen und kleinen Gemüsemischungen, dazu Reis, Ruti und Puri.

Goa Straßenshop

Gesättigt treffen wir uns mit Beaula. Ich shoppe eine Weile mit – wir gehen vom Kreisverkehr aus am tibetischen Markt links vorbei. Dort gibt es nach etwa 100 bis 200 Metern auf der linken Seite ein Geschäft, das einigen an Leinenklamotten hat, Peter schwört darauf. Ich erstehe zwei Hosen (je 550 Rupien) und zwei Hemden (je 450 Rupien), jeweils in Natur und schwarz von „Cotton Express“. 2000 Rupien rechnet der Verkäufer zusammen. Kein Mengenrabatt, also handeln. Nach langem hin und her treffen wir uns bei 1450 Rupien. Vier Teile aus feinem Leinen für 22 Euro nach aktuellem Kurs, nicht schlecht. Laut Peter würden ihm die Leute das Zeug in Deutschland aus den Fingern reissen.

Ich begleite die anderen noch eine Weile und klinke mich dann aus. Die Sonne steht bereits ein wenig tiefer und ich möchte noch an den Strand. Am Shack hat ein Inder eine halbakustische Gitarre dabei und spielt Songs aus den 60ern und 70ern. Werner und seine Familie kommen dazu. Als ich mich mit dem Gitarrero unterhalte, erklärt Naval mir plötzlich, dass ich singen soll, er würde spielen. Und er kündigt mich groß über das mittlerweile angeschlossene Mikro an. Na super. Mittlerweile sitzen 20 Leute am Shack rum, eine weitere große Truppe nähert sich vom Strand her. Ich krieg die Krise.

Wir unterhalten uns und finden keine gemeinsame Basis, kein englisches Lied, von dem Naval die Akkorde und ich den Text kenne. Er meint, ich solle einfach singen, er spielt dazu und macht schon wieder eine Durchsage – „here is Frank Sinatra“. Heilige Scheiße. Okay, wenn dann richtig. Ich setze mich auf den Barhocker und nehme ihm die Gitarre aus der Hand. Er guckt überrascht. Ich probiere ein wenig herum, bis sich meine Finger wieder erinnern. Und bringe „She bring’s the rain“ von The Can. Der Refrain kommt sofort an und einige singen mit. Nett. Danach noch ein Rock’n’Roll-Riff, zu dem er singt. Dann schaue ich, dass ich weg komme, genau wie die Sonne 🙂

Mohini erreicht Beaula. Sie, Manu und Peter sind immer noch in Calangute am Erledigen. Wir sollen alle kommen, dann essen wir in einem tibetischen Restaurant. Also ab auf die Hauptstraße und zwei Taxis gebucht.

Straßenszene auf Goa

„The Tibetan Kitchen“ ist wieder einer der Geheimtipps von Beaula. Von der Stelle, an der ich die Baumwollsachen gekauft habe, einfach weiter Richtung Strand und dann bei einem Händler mit tibetischem Kram links in eine schmale unauffällig Gasse. An deren Ende findet sich dann das tibetische Restaurant. Wunderschöne Atmosphäre, wir sitzen gemütlich da, Flötenmusik untermalt die Ruhe hier. Ich bestelle ein Phad Thai, das leider nicht sonderlich mundet. Da beeindruckt mich der Lemon Fish mit Pommes und Salat von Mohini schon mehr, zumal hier laut Karte alles Frischzeug mit Mineralwasser gewaschen wird. Und dann erst das tibetische Essen. Ich probiere „Momo“, das aussieht wie schwäbische Teigtaschen, aber ein sehr andersartiges, durchaus schmachhaftes Erlebnis bietet. Nächstes Mal probiere ich so etwas.

Danach spazieren wir runter zum Strand. Beaula kauft an einem Stand verschiedene Leckereien ein. Teigbällchen, die vor Honig nur so triefen, und etwas, das aussieht wie Wassereis, in eine dunkle Brühe getaucht und ausgesaugt wird. Schmeckt SEHR sonderbar und keiner probiert ein zweites Mal. Aber Beaula schmatzt hingebungsvoll.

Dann geht es im Dunkeln am Strand zu Fuß zurück. Irgendwann wird es ganz ruhig, und wir wissen, diese Oase ist der Fisherman Beach Shack. Es wird Zeit für alkoholischen Hardcore aus Goa: Feni. Für grade mal 30 Rupien gibt es dieses Todeszeug, das aus Kokosnuss oder Cashew-Nüssen destilliert wird. Wir kriegen es in Gläsern serviert, in denen locker das Doppelte eines handelsüblichen Schnapsglases ist. Peter füllt es mit etwas Zitronenlimonade auf. Ich spendiere dazu eine Runde Beedies, die indischen Zigaretten, auf die ich in den 80er so richtig abgefahren bin. Gibt es direkt im Laden unter unserem Appartement für 7 Rupien für ein Päckchen mit 26 Stück – der übliche Ganesha auf der rötlichen Papierverpackung, genau wie früher.

Solcherart soft bedröhnt fallen wir mit genau der richtigen Schwere ins Bett.

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Autor: Frank

Webdesigner und Publizist. Freier Mitarbeiter bei Magazinen im Bereich Gesundheit/Spiritutalität (Reiki-Magazin, Connection, DAO) und Musik sowie Autor/Herausgeber von Fach-Anthologien beim Windpferd Verlag. Fachjournalist (bdfj). Mag am liebsten aktiven Natururlaub in Europa sowie Reisen nach Südostasien. Ganz besonders wichtig: Wasser!

3 Kommentare

  1. HEY FRANK SINATRA !!!!!
    HOW ARE YOU DOING !
    I CANNOT UNDERSTAND ANYTHING WHAT IS WRITTEN HAHAHA
    BUT I TELL MY GERMAN GF TO READ AND EXPLAIN TO ME .
    HOW ARE YOU AND HOW IS YOUR FAMILY ?
    HOPE EVERYTHING IS GOOD WITH YOU GUYS
    TAKE CARE

    NAVAL

  2. Hi Naval,
    great to meet you here in the web. Pictures of our event will come later 🙂 Anything is good here in old german. And you?

  3. Hey !
    yes it is good to meet u here on web ! Everything good here, im in Pune with my family for now will be travelling around soon and stuff. I hope to come to Germany by the end of this year !!!!

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