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Korsika: Cap Corse, wandern bei Macinaggio zur Kapelle Santa Maria

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Am zweiten Tag der Korsika-Reise mittels Camping-Bus geht es vor allem um eine Wanderung durch die Macchia bei Macinaggio zur Kapelle Santa Maria mit dem Besuch eines Genueser Turms.

Einkauf und Frühstück verbringen wir wieder am Hafen von San Fiurenzu. Da der uralte zweiflammige Campinggaz-Kocher meiner Begleiterin pünktlich während der Reise den Geist aufgegeben hat, brauchen wir dringend Ersatz. Also zurück nach Bastia, nachdem wir in St. Florent nichts finden. Doch auch Bastia bringt ellenlanges Gesuche im Hyper U und Sport 2000 an der N193, bis wir dort einen Giant finden, der eine große Palette an Camping Gaz führt.

Wir beschließen, nun Cap Corse zu erkunden. Auf der N80 fahren wir an der Küste hoch nach Macinaggio durch malerische Dörfer und vorbei an einladenden felsigen Buchten mit türkis schimmerndem Wasser. Dort wird es Zeit für eine nette Wandertour zur Einstimmung. Gert Hirner beschreibt diese in „Wanderungen auf Korsika“ (Bruckmann, München, 1990) als zweite Tour „Cap Corse – von Macinaggio zur Kapelle Santa Maria“ (S. 21 f).

Landungspunkt von Pascale Paoli

An dem Hafenhaus vorbei geht es am Meer entlang in Richtung Tamarone. Ich atme den Duft der Macchia ein und verstehe endlich, was es damit auf sich hat. Der korsische Druide schwärmt in „Asterix auf Korsika„: „Dieser hauchzarte Duft nach Thymian und Mandeln, Feigen und Kastanien, […] dieser Hauch von Kiefer, diese leichte Andeutung von Beifuß, diese Ahnung von Rosmarin und Lavendel.“ (zitiert nach Baedeker, 2006, S. 17) – wie duftet es hier erst im Hochsommer oder in der Blüte, die wir gerade verpasst haben?

Genuesischer Turm

Das Schöne an dieser Tour ist vor allen Dingen das Laufen an sich. Das Wanderungsziel, die Kapelle Santa Maria, ist weniger attraktiv. Ohne den Beton, mit dem der Naturstein noch weitgehend zugekleistert ist, und ohne die Graffiti wäre die Optik ansprechender. Leider ist die Kapelle auch komplett verrammelt.

Da bietet der Genuesen Turm dahinter schon interessanteres. Vor allem der grüne Naturstein, den man am Cap Corse öfter findet, hat es mir angetan. Auf dem Fharweg geht es noch ein Stück weiter zu den beiden Buchten dahinter, die im Wanderführer hervorgehoben werden. Leider sind sie voll mit Algen und Kuhscheiße. Auf dem Weg treffen wir einen lustigen Wanderer, einen jungen Franzosen, der uns atemlos berichtet, weiter vorn von einem freilaufenden Stier gejagt geworden zu sein. Ob er – angesichts der Hörner der Kühe – wirklich so genau zwischen die Beine geschaut hat?

Innere eines Genuesen Turms

Unabhängig davon kehren wir zur ersten Bucht zurück, da es dort einen netten Platz direkt am rechten Rand gab. Nur drei Kormorane beobachten unser textilfreies Baden, während weit draußen ein Schiff der Corsica Ferries vorüberzieht. Der Himmel ist bedeckt, das Wasser kühl. Trotzdem genieße ich es.

Dann geht es zurück, diesmal über den unteren Grenzweg „sentier des dounaires“, ein einfaches und gleichzeitig schmackhaftes Abendbrot mit Oliven, Tomaten/Mozzarella-Salat, korsischem Käse und korsischem Wein sowie einem Schlafplatz am Ende des Hafenkais zum leisen Rauschen des Meeres.

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Autor: Frank

Webdesigner und Publizist. Freier Mitarbeiter bei Magazinen im Bereich Gesundheit/Spiritutalität (Reiki-Magazin, Connection, DAO) und Musik sowie Autor/Herausgeber von Fach-Anthologien beim Windpferd Verlag. Fachjournalist (bdfj). Mag am liebsten aktiven Natururlaub in Europa sowie Reisen nach Südostasien. Ganz besonders wichtig: Wasser!

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