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Dom Joao Goa

Goa: Heiligabend, Internet, Pädophile und Terroristen

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Der 23. Dezember ist ein Tag zum Relaxen: Erholen vom Shoppen 🙂 Außerdem plagt sich Manu mit einer Erkältung herum, keine Ahnung woher. Lesen und Obst essen am Strand. Und etwas Sport: Volleyball mit einigen ziemlich trainierten Russen an dem provisorischen Netz direkt vorm Fisherman Shack, ein bisschen Beach Badminton mit Manu und Ballwerfen mit den Jungs im Meer. Am Ende bin ich geschafft.

Auch das Abendessen gibt es der Einfachheit halber am Shack. Beaula ist in diesen Tagen ständig unterwegs um etwas für ihre amerikanische Freundin Laurel zu regeln. Wir gehen früh ins Bett mit dem Plan, ab sofort eher um neun Uhr morgens aus dem Bett zu steigen und den Morgen am Strand mit Beach Badminton zu genießen.

Das erste Projekt klappt: Punkt Neun bin ich an diesem Heiligabend 2008 wach und fit genug zum Aufstehen. Aber Schatz ist noch angeschlagen. Also packe ich alles zusammen, um ein paar Besorgungen im Ort zu machen. Manu will mit. Während sie nach Klamotten guckt, entere ich das Internet-Café an der Hauptstraße. Das Unglaubliche geschieht: Ich darf mit meinem Laptop per LAN ins Netz. Endlich wieder online nach einer Woche Zwangsabstinenz.

Goa Internetcafe

Endlich wieder online in Goa im Internetcafe, wo ich gerade diesen Artikel hochlade.

Es dauert, bis alle eMails drin sind. Parallel stelle ich die vier ersten Berichte hier online. Bilder muss ich nachliefern, wenn ich zuhause bin. Ziehe Updates. Lese quer und stelle fest: Alles in Ordnung. Server laufen, eigene und Kundenseiten ebenfalls. Nach knapp 80 Minuten bin ich fertig und zahlen 90 Rupien für den Spaß. Super, jetzt habe ich endlich einen Anlaufpunkt. Und hier ist was los, alle fünf PC’s sind besetzt von Einheimischen oder Ausländern.

Wir laufen die Hauptstraße runter ein Stück Richtung Calangute und biegen irgendwann in die Titus Road runter zum Strand. Wir suchen ein Set für Beach Badminton, finden aber nichts richtiges. Es ist heiß, die Sonne brennt. Also ab ins Fisherman Guest House, wo die Jungs immer noch im Koma liegen. Wie wir später erfahren, waren sie mit dem Besitzer einer Disco und einem tätowierten Typen, der bei uns am Shack rumhängt, in einer Bar unterwegs. Letzterer wirkt seltsam, hat oft einen kleinen indischen Mann bei sich – würde mich nicht wundern, wenn es sich um einen gemieteten Lustknaben handelt. Wobei am Shack eine „Botschaft der Kinder von Goa“ hängt: Keine Chance für Pädophile. Es scheint also Realität zu sein. Genau wie am Shack eine Absage an Drogen hängt, aber der ein oder andere Mitarbeiter abends sicher einen durchzieht.

Während wir Reiki machen und pennen, nehme ich die Goa Trance Musik war. Wie sagte Beaula: Heilig Abend ist Party, der erste Weihnachtstag dagegen wird stilvoll im Kreis der Familie begangen. Wir sind gespannt, was dieser Abend bieten wird. Mir ist es relativ egal: Ich habe nach einem Obsttag einfach nur Hunger wie ein Bär 🙂 Wobei uns beim Nachmittag am Strand wieder eine Goa-Lernaufgabe begegnet: Als wir vom Schwimmen zurück kommen, haben die Krähen unser ganzes Obst geplündert. Kommt davon, dass wir wegen des Schattens ein Hüttchen ganz vorn genommen haben, das den Krähen beste Landeplätze bietet, und kein Hund bei uns ist. Ich nenn das Teil ab sofort Krähennest und bunkere Nahrungsmittel künftig nicht nur Ameisen- sonder auch Krähensicher.

Dom Joao Goa

Dom Joao auf Goa, wo Freunde von uns untergebracht sind.

Nach diversen SMS taucht abends Beaula auf. Sie ist platt und muss noch einiges für Weihnachten vorbereiten. Nix mit Party. Dafür erzählt sie uns, dass in Alt-Goa zwei Terroristen mit Bomben gefasst worden wären, zwei seien entkommen (Nachtrag: Zwei Tage später korrigiert sie diese Info: Sie hätte Nuovo (?) Goa gemeint). Wir hatten uns gedacht, dass genau dieser Tag gefährlich sein könnte, Heilig Abend an einem Platz, an dem massig Touristen zusammen kommen. Genau der Grund, warum der Markt in Anjuna für uns heute tabu war. Wir gehen lieber an einem anderen Tag hin, wenn die Weihnachtsaction durch ist. Und hoffen, dass auch die beiden entkommenen Bombenleger gefasst werden.

Angesichts unseres Hungers pilgern wir über den Strand zu Britto’s, eine Sache von fünf Minuten. Ein Tisch und innerhalb von spätestens zehn Minuten steht das Essen wieder vor uns. Ich muss einfach nochmal die Sea Food Platte haben, diesmal fehlen die Muscheln und sind durch eine Extra-Portion Calamares ersetzt. Am Ende bin ich so pappsatt, dass noch nicht mal mehr der berühmte Brittos-Nachtisch in mich reingeht.

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Autor: Frank

Webdesigner und Publizist. Freier Mitarbeiter bei Magazinen im Bereich Gesundheit/Spiritutalität (Reiki-Magazin, Connection, DAO) und Musik sowie Autor/Herausgeber von Fach-Anthologien beim Windpferd Verlag. Fachjournalist (bdfj). Mag am liebsten aktiven Natururlaub in Europa sowie Reisen nach Südostasien. Ganz besonders wichtig: Wasser!

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