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Eine Wasserschildkröte - Apo Island hat den Ruf als "Turtle Paradise" und man kann direkt in Strandnähe leicht viele Wasserschildkröten sichten.

Philippinen: Schnorchelausflug nach Apo Island

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Apo Island ist eine Insel vor der Südküste Negros und von Siquihor aus gut zu erreichen. Mit dem Boot vom Coco Grove dauert die Fahrt ungefähr eineinhalb Stunden. Kostenpunkt waren 1600 Pesos pro Person, also umgerechnet 32 Euro, darin enthalten: Bootsfahrt, Getränke für unterwegs (Wasser, Bier etc.), Mittagessen in dem Schwesterressort des Coco Grove auf Apo Island und zwei Schnorchelgänge mit Guides inklusive Gebühren für das Meeresschutzgebiet.

Um 8.30 sollte das Boot starten, insofern änderten wir unser Morgenprogramm. Kein Tai Chi oder Yoga am Strand, sondern zeitig zum Frühstück. Während einige spätere Mitreisende noch aufs Essen warten, sitzen wir bereits fertig am Strand und schauen der Mannschaft beim Einladen zu. Dann geht es pünktlich los. Erst aufs Fischerboot und dann umsteigen auf die Ausleger-Yacht.

Einige platzieren sich im hinteren Bereich unter dem Sonnensegel auf gemütlichen Stühlen, andere krabbeln aufs Dach. Ich gehe nach vorn und finde zwei Plätze direkt unterhalb des Steuerhauses. Auf einem sitzt Tim, Ingenieur bei Siemens, der mit seiner Familie für vier Jahre nach China gegangen ist und die nun Asien erkunden. Das Gespräch ist interessant, mein erster tieferer Austausch mit anderen Reisenden, und schnell näherst sich die Fahrt ihrem Ende. Apo Island wird immer größer. Wir umfahren die Insel ein gutes Stück und landen dann an.

Apo Island beim Anlanden - türkisblaues klares Wasser, Felsen und Palmen.

Apo Island beim Anlanden – türkisblaues klares Wasser, Felsen und Palmen.

Über mehrere improvisierte Stiege und mit freundlicher Hilfe der Mitarbeiter hangeln wir uns über zwei Boote auf einen Felsen und dann runter auf die Insel. Dort eilen bereits alte Frauen auf uns zu, die T-Shirts und andere Textilien verkaufen – das Merchandising läuft hier. Aufhänger: Apo als Turle-Insel. Über eine Steintreppe und einen Spalt zwischen zwei Felsen erreichen wir den kleinen Steinstrand des Schwesterressorts. In Ruhe ankommen und fertig machen zum ersten Tauchgang. Dann geht es wieder zurück zum Landungsstrand und von dort zur Aufsichtsbehörde des Schutzgebietes. Jeder von uns registriert sich ohne weitere Prüfung der Personalien – so manche Angelina Jolie war schon hier -, der Guide zahlt die Gebühr für uns und ab geht’s in Wasser.

Schon nach wenigen Metern sehe ich meine erste Wasserschlange, eine weiß-schwarz geringelte. Und dann schnell die erste Meereschildkröte, für die Apo Island bekannt ist. Turtles, Turtles. Die ganze Unterwasserwelt ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Hausriff vor dem Coco Grove: Neue Formen von Korallen, weitere Fischarten. Aber natürlich sind die Turtles die Attraktion. Ich schwebe gerade schräg über einer, beobachte unter mir eine kleine Familie von Anemonenfischen, als direkt zwischen mir und den Clownsfischen einen Schildkröte durchschwimmt, fast nur eine Armlänge von mir entfernt. Großartig.

Eine Wasserschildkröte - Apo Island hat den Ruf als "Turtle Paradise" und man kann direkt in Strandnähe leicht viele Wasserschildkröten sichten.

Eine Wasserschildkröte – Apo Island hat den Ruf als „Turtle Paradise“ und man kann direkt in Strandnähe leicht viele Wasserschildkröten sichten. Danke an Martin Pieruschka für das Foto.

Danach geht es zurück zum Ressort, Mittagessen. Uns erwarten Platten mit Gemüse, mit Hühnchen und Rindfleisch, danach Ananas. Ein Getränk ist inklusive. Vorher kaufen wir noch einige T-Shirts. 250 Pesos sollen sie kosten, also ca. fünf Euro. Ich handele auf 200 herunter, um dann doch freiwillig mehr zu zahlen.

Nach dem Essen unterhalten wir uns am Tisch. Deutsche, Österreicher und ein Franzose. So viel Kontakt hatten wir noch nie – dieser Ausflug bringt uns näher zusammen, während wir vorher eher einzeln unser Ding gemacht haben. Ich muss mich im Urlaub nicht unbedingt an andere Deutsche hängen, aber der Austausch über unsere Erfahrungen hier und unser Wissen ist eindeutig von Vorteil. Jeder weiß etwas anderes. Michael aus Magdeburg hat beispielsweise viel Kontakt zu den Mitarbeitern im Ressort. So erfahren wir, dass es auf den Philippinen ca. 40% Arbeitslosigkeit gibt, für die Mitarbeiter im Ressort allerdings ein Mindestlohn von 250 Pesos am Tag gilt, was auch von offizieller Seite her kontrolliert und bei Nichteinhaltung hart bestraft würde.

Nach ausgiebiger Mittagsruhe geht es zurück aufs Boot. Wir fahren ein Stück raus, um dann vom Boot aus Richtung Strand zu schnorcheln. Allerdings übersieht der Guide, dass der Kollege aus Wien die Aufforderung „wir tauchen als Gruppe und bleiben immer zusammen“ scheinbar vergessen hat. Als er dann von seiner Freundin vermisst wird, müssen wir alle zurück. Erst auf dem Boot entdecken wir ihn in entgegengesetzter Richtung. Auch der Franzose ist abhanden gekommen und wird eingesammelt.

Ghostpipefish

Ghostpipefish, mit freundlicher Genehmigung von Martin Pieruschka, fotografiert auf den Philippinen.

Wir treten den Rückweg an. Die Wellen gehen hoch und das Boot rumpelt ganz schön. Die ersten Damen und der fünfjährige Erik legen sich eine vornehme Blässe zu. Wir sind schon ca. zwanzig Minuten unterwegs, als ein Anruf alles ändert: Die Crew sollte noch ein Pärchen zusätzlich mit zurück nehmen, was wohl leider vergessen wurde. Also wieder retour. Stöhnen unter den von der See geplagten. Vor Apo wartet bereits ein Fischerboot, das die beiden Touristen samt Gepäck mitten auf See rüberschafft. Und wieder zurück. Die ganze Aktion schlägt mit einer zusätzlichen Stunde auf See zu Buche.

Letzter Blick auf Apo Island

Letzter Blick auf Apo Island

Ich nehme wieder denselben Platz wie auf der Hinfahrt ein. Neben mir Barbara aus Wien. Wieder gute Gespräche, die nur ein Problem haben: Immer wieder krachen Wellen mit voller Wucht über uns herein und wir erhalten eine neue Definition der Metapher „den Mund voll nehmen“. In kürzester Zeit bin ich komplett durchnässt und frage mich, warum ich überhaupt frische, trockene Sachen angezogen hatte. Wir nehmen es sportlich, lachen viel, reißen Witze und ich gebe aus passendem Anlass Kostproben aus meinem Freddy Quinn Repertoire.

Gegen 17.30 landen wir endlich im Coco Grove an. Alle sind geschafft und froh, endlich wieder Boden unter den Füßen zu haben und eine heiße Dusche vor sich. Wir erfahren, dass der Seegang bei der Rückreise durchaus „normal“ sei – kein Wunder dass die letzten Ausflügler vor drei Tagen auf so zittrigen Beinen an Land geschwankt waren. Diese hatten allerdings auch begeistert von Delphin-Sichtungen geschwärmt, die wir diesmal nicht hatten. Dennoch: Der Ausflug hat sich gelohnt. Der nahe Kontakt mit den Meeresschildkröten war beeindruckend. Und die neuen Connections mit anderen Urlaubern sorgen dafür, dass uns bei den restlichen Abendessen nun stets angenehme Gesellschaft und tolle Gespräche erwarten.

P.S.: Dieser Bericht wurde vorgezogen vor den Komplettbericht über das Coco Grove Beach Ressort. Dies liegt daran, dass dieser Ausflug während dem Besuch des Coco Grove stattfand, der Komplettbericht aber am Ende der Zeit dort (auch mit entsprechendem Zeitstempel dieses Blogs) erscheinen soll. Folgt dann auch als nächstes 🙂

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Autor: Frank

Webdesigner und Publizist. Freier Mitarbeiter bei Magazinen im Bereich Gesundheit/Spiritutalität (Reiki-Magazin, Connection, DAO) und Musik sowie Autor/Herausgeber von Fach-Anthologien beim Windpferd Verlag. Fachjournalist (bdfj). Mag am liebsten aktiven Natururlaub in Europa sowie Reisen nach Südostasien. Ganz besonders wichtig: Wasser!

2 Kommentare

  1. Der Urlaub klingt wunderschön und die Fotos sind ein Traum.

  2. Hier gibt es geniale Unterwasseraufnahmen von APO Island von Google Seaview: http://maps.google.com/maps?cbll=9.085239,123.272414&z=3&layer=c&panoid=LlWBCazw4YZXBkEB7WXVqw&cbp=13,315.05,,0,-4.45&utm_campaign=en&utm_medium=lp&utm_source=en-lp-na-us-gns-svn&utm_term=Gallery

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